Ziele
Ziele der Jugendkunst-/Kreativitätsschulen
und Kulturpädagogischen Einrichtungen in NRW
(ohne Gegenstimme beschlossen von der Mitgliederversammlung der LKD am 10. März 1998)
(ohne Gegenstimme erweitert durch die Mitgliederversammlung der LKD am 21. März 2001)
1. Selbstverständnis
Kulturelle Bildung ist ein im § 11 KJHG verankerter Schwerpunkt der Jugendarbeit. Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen sind Einrichtungen der offenen Jugendarbeit mit kulturellem Angebotsprofil. Aufgabe dieser Einrichtungen ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Sie vermitteln kulturelle und soziale Kompetenzen, insbesondere künstlerischhandwerkliche Kenntnisse und Ausdrucksmöglichkeiten, auf der Basis kreativer Eigentätigkeit von Kindern und Jugendlichen. Der Vielfalt der Lebenswelten und Interessen von Kindern und Jugendlichen entspricht die Vielfalt spezifischer Angebote und Programmprofile. Für Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen sind – bei unterschiedlichen Einrichtungsprofilen – folgende inhaltliche Gemeinsamkeiten charakteristisch:
- - Sparten- und Medienvielfalt
- - Vielfalt der Vermittlungsmethoden und Lernmilieus
- - Gleichrangigkeit der Vermittlung kultureller und sozialer Kompetenzen
- - Inhaltlicher Bezug zur Lebenswelt
- - Förderung von Partizipation und Selbstorganisation
- - Zugänglichkeit für alle jungen Menschen
- - Gemeinwesenorientierung und Kooperation/Vernetzung mit anderen Jugend-, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten.
Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen zeichnen sich aus durch Eigenständigkeit hinsichtlich:
- - Leitung
- - Budget
- - Programm.
2. Ziele
Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen entwickeln ihre Angebote auf der Grundlage der von der LKJ NRW e. V. formulierten Ziele kultureller Jugendarbeit. Sie fördern:
- - künstlerisch- kulturelle Eigentätigkeit und Ausdrucksfähigkeit
- - Emanzipation, gesellschaftliche Mitverantwortung und soziale Handlungskompetenz
- - Selbstbestimmung und Selbstorganisation
- - Partizipation, Integration und demokratisches Engagement
- - Gleichberechtigung der Geschlechter.
Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen richten ihre Angebote an junge Menschen aus allen sozialen Schichten und in unterschiedlichen Lebenssituationen. Zusätzlich entwickeln sie Angebote für einzelne Zielgruppen. Je nach den lokalen/regionalen Bedingungen und Bedarfen gehören hierzu u. a.:
- - interkulturelle Angebote
- - Mädchenarbeit bzw. geschlechtsspezifische Angebote
- - Integrierte Angebote für behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche
- - Angebote in regional benachteiligten Gebieten
- - Angebote für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche
- - Kooperation mit Schulen, Kindertageseinrichtungen u. a.
3. Schwerpunkte
Die Arbeit der Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen findet sowohl zentral in eigenen Räumlichkeiten als auch dezentral und mobil im Wohnumfeld der Kinder und Jugendlichen statt. Schwerpunkte des Angebots sind:
- - Kurse in den Sparten Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Performance, Literatur, Film, Video, Foto, Neue Medien u. a. sowie themenorientierte und spartenübergreifende Angebote.
- - Projekte (themenorientiert, spartenbezogen, interdisziplinär oder wohnumfeldbezogen)
- - Offene Angebote wie Werkstätten, offene Ateliers, freizeitpädagogische Angebote.
Neben den genannten Schwerpunkten stellen Jugendkunst-/Kreativitätsschulen und Kulturpädagogische Einrichtungen weitere Dienstleistungen bereit. Hierzu gehören u. a. Betreuungsangebote, insbesondere im Zusammenhang von Jugendhilfe und Schule; Beratung/Information; Elternarbeit; Multiplikatorenfortbildung; öffentliche Veranstaltungen; Ausleihe/Vermietung von Infrastruktur.